Bemerkenswert

Erster Blogbeitrag

Dies ist die Kurzfassung des Beitrags.

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Nachdem ich die letzten Jahre immer wieder vergeblich versucht habe ein Reisetagebuch zu schreiben und mir viele Erinnerungen nicht mehr ganz so präsent sind, da mein Gedächtnis mit den Jahren ja auch eher schlechter als besser wird, nutze ich nun die moderne Technik, meinem Gedächtnis immer wieder auf die Sprünge zu helfen.

 

Finnair

Ich kann es nur empfehlen, mit Finnair zu fliegen. Die Flieger sind pünktlich, sauber, modern, der Service super. Wir hätten uns betrinken können, permanent stand eine Flugbegleiterin  neben einem und bot einem Wein an. Das Entertainmentprogramm war ausreichend, die Piloten absolut top – kein rumpeln bei Start oder Landung, man merkt kaum, wenn man in die Luft geht bzw. wieder auf dem Boden der Tatsachen ankommt. Ich weiß wovon ich spreche, sind gerade diese beiden Momente immer eine besondere Herausforderung für mich. Das Einzige, was man eventuell bemängeln kann, ist, dass man kein vegetarisches Essen bekommt, es sei denn man bestellt es vor. Aber sie hatten eine warme Portion übrig und so sind wir alle drei gut satt geworden, denn auch beim  fleischlichen Essen gab es Salat, Käse, Brot, Butter, Cracker, Kuchen. Insgesamt ein angenehmes Flugerlebnis, wenn man das von Langstreckenflügen behaupten kann und somit ein guter Urlaubsabschluss.

Wir sind wieder in unserer Stadt, der Besten auf der Welt, die uns dieses Mal nicht mit dem üblichen Mief empfing, sondern uns durchaus einen Wohlgeruch entgegen blies und in der ein dunkles Brötchen mit Butter und Salami, vegetarisch natürlich, ein absolutes Geschmackserlebnis sind.

Zurück nach Hause

Heute ist der Tag der Tage, es geht nach Hause und ein toller Urlaub geht zu Ende. Zumindest Little Girl findet, es seien die besten Ferien ever und sie findet Ferien eigentlich vollkommen überflüssig. Wenn das kein Kompliment ist… Ganz entspannt konnten wir heute die Sachen zusammenpacken. Toni brachte uns zum Bahnhof und ab ging es, eine Bahn früher als geplant, mit dem/der BART, dem öffentlichen Nahverkehr nach San Francisco International. Man darf nicht essen und nicht trinken, aber ein letztes Bier ist trotzdem drin. Nach 1:04 h kommen wir am Flughafen an, alles sehr entspannt.

Das Gepäck von Happy Wife ist, wie vermutet zu schwer, so packen wir noch schnell ein wenig um. Zum Glück wiegen sie das Handgepäck nicht. Bisher liegen wir in der Zeit und der Flieger nach Helsinki sollte pünktlich sein. Von dort geht es weiter nach Berlin. Ich hoffe, das Flugzeug ist nicht, wie auf dem Hinflug, aus den 80igern.

Geschafft

Der letzte Tag bricht an, bevor der Wecker klingelt.

Da wir gestern vergeblich um Einlass ins MoMa gebeten haben, versuchen wir heute noch einmal unser Glück. Und wir sollten erhört werden. Wir sind kurz vor 10:00 Uhr da, eine kleine Schlange hat sich vor dem MoMa gebildet, aber sie löst sich schnell in Luft auf. Wir schnuppern jede Menge Kunst. Little Girl ist heute mit festgewachsenen Kopfhörern unterwegs, haben wir doch gestern Abend den 3. Band von Harry Potter geschafft zu lesen und nun ist das Hörbuch auf den Ohren, bevor wir heute Nachtmittag den Film anfangen zu schauen. Wir haben das Glück, dass es eine Sonderausstellung von Andy Warhol gibt, definitiv das Highlight. Aber auch die deutschen Künstler, wie Gerhard Richter, sind nicht zu verachten. Besonders hat es mir aber „James“ von Chuck Close angetan. Insgesamt eine gelungene Ausstellung.

Wir treten früh den Heimweg an, um noch letzte Besorgungen zu erledigen, das Auto zu tanken und die DVD einzulegen. Abends gibt es einen guten Drink bei Toni und Terry, ein gelungener letzter Abend.

Unerwartet sonnig

Der Wecker klingelt heute wieder 7:00 Uhr. Die Nacht war kurz, wir wollen ins MoMa nach San Francisco. Wir sind mit Freunden verabredet. Am MoMa angekommen, kurven wir ein paar Runden bis wir einen Parkplatz finden, das Parkhaus erscheint uns etwas übertrieben teuer. Der Museumsshop hat schon geöffnet, doch die Tür zum Museum ist fest verschlossen. Ich wundere mich, hatte ich 10:00 Uhr in Erinnerung und es ist 10:15 Uhr. Ein kurzer Blick auf die Scheibe neben dem Eingang, stelle ich fest, Mittwoch geschlossen. Na super, das habe ich beim raussuchen der Adresse und der Öffnungszeiten wohl überlesen, aber wir sind nicht die Einziegen, die das überlesen haben. So werfen wir einen kurzen Blick in den Museumsshop, bevor wir einen Kaffee bei Peet’s um die Ecke nehmen, während wir auf die Freunde warten. Sie verspäten sich und so nutzen wir die Gelegenheit, kurz bei Bloomingdale’s vorbeizuschauen. Bloomingdale’s ist das KaDeWe von San Francisco. Little Girl weiß endlich, was sie für eine neue Schultasche haben möchte. Ein Herschel soll es sein, nur die passende Farbe war nicht vorrätig. Endlich treffen die Freunde ein und wir beschliessen zum Maritime Museum, am Hafen, zu fahren. Bis ins Museum kommen wir nicht, nein es war nicht geschlossen, aber die Kids haben den kleinen Strandabschnitt für sich erobert und kommen vom Burgen bauen nicht mehr weg. Manchmal sind es die ganz kleinen Dinge, die den Tag vollkommen umwerfen und uns trotzdem glücklich machen. Wir geniessen die Sonne mit den Füssen im Sand. Heute ist wirklich das beste Wetter in San Francisco, was wir bisher hatten. Welch glückliche Fügung, das wir nicht im Museum sind. Der Wind geht ein wenig, stört aber, aufgrund der Sonne, überhaupt nicht. Vom kleinen Strand aus können wir die Golden Gate Bridge super sehen, heute mal ohne Nebel. Ein paar verrückte Schwimmer ziehen ihre Bahnen im Wasser und scheinen zu trainieren. Ein kleiner mexikanischer Snack zum Lunch und ein riesiges Eis von Ghirardelli runden den Nachmittag ab. Little Girl gibt nach der Hälfte auf. Zum ersten Mal lässt sie Eis stehen und das bei vollster Gesundheit, ich fass es nicht. Langsam treten wir den Heimweg an, wir wollen die Freunde nach Hause bringen. Hierfür machen wir heute einen Umweg über die Golden Gate Bridge. Der Nebel hat sie mittlerweile wieder komplett eingehüllt. Kurz vor dem letzten Brückenpfeiler schaut der blaue Himmel durch den Nebel und als wir sie verlassen, lacht die Sonne wieder hoch am Himmel – ein tolles Wetterschauspiel. Wir machen einen kurzen Stop, um sie uns noch ein wenig genauer zu betrachten. Die Kids gehen ein paar Schritte auf ihr, uns reicht der Anblick und ein paar Schnappschüsse, bevor wir uns endgültig auf den Heimweg über Oakland machen.

Zoo Oakland

Wir lassen den Morgen entspannt angehen, stehen zwar früh auf, aber bis wir so startklar sind, ist es 11:00 Uhr durch. Insgesamt machen wir uns so gar keinen Stress.

Ein letzter Ausflug nach Oakland soll heute sein, ein letztes Mal die kleine Serpentine abseits vom Highway nach Oakland. Wir haben Glück und bekommen einen Schattenparkplatz, der Eingang des Zoos ist in Sichtweite. Ob nachher auch noch Schatten hier ist, bleibt abzuwarten. Die Tickets zeichnen sich in Form eines Stempels, Butterfly, aus – ganz umweltbewußt bekommen wir mal kein Papierschnipsel in die Hand gedrückt. Was allerdings für Big Girl, die ja dieses Mal zu Hause weilt, ein Problem wäre, wenn sie Urlaubstagebuch schreibt. Ich erinnere mich, hier wurde nicht nur geschrieben, sondern auch ordentlich gemalt und geklebt. Aber bei uns fliegen die Tickets früher oder später in den Müll und somit tragen wir heute einen Stempel auf der Haut. Der Zoo soll viel schöner sein, als der Zoo in San Francisco und er ist es wirklich. Er ähnelt eher einem Wildtiergehege oder einem Naturpark. Die Tiere sind oft nicht sofort zu erkennen, was natürlich den Detektiv in Little Girl weckt und es ist schön eben mal nicht alles auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Die Tiere sind in ihren Gehegen sind zum Teil von oben zu bestaunen, wenn man sie denn sieht. Ein Fernglas wäre heute an mancher Stelle angebracht gewesen. Eine Gondel führt uns ganz nach oben und von einer weiteren Seilbahn kann man auch den Rest des Zoos gut von oben bestaunen. Insgesamt ist der Zoo wirklich sehr schön, einer der Schönsten die ich gesehen habe. Findet Little Girl übrigens auch, die Gondel hat es ihr angetan. Nachdem wir oben unsere Runde gedreht haben, machen wir einen kurzen Stop im Restaurant. Hier bekommen wir alles in kompostierbarem Geschirr inclusive des Bestecks.

Kalifornien ist Vorreiter was das Umweltbewusstsein der Amerikaner anbetrifft. Vieles wird recycelt, man bringt seine eigenen Beutel mit in den Supermarkt, selbst die Autos sind hier zum Teil viel kleiner bzw. haben schon elektrischen Antrieb. Wobei sich ja hier die Geister streiten, ob die Batterien wirklich eine geringere Belastung für die Umwelt sind, als die Abgase der Benzin- und Dieselautos. Überall ausserhalb von Ortschaften stehen Schilder, dass das unerlaubte Entsorgen von Müll mit 1000$ Strafe entlohnt wird. Nur an der Kontrolle hapert es leider. Man sieht schon die ungewöhnlichsten Dinge auf bzw. neben der Straße.

Wir sind heute mit die letzten Gäste des Zoos und wir haben zum ersten Mal, in diesem Urlaub, geschafft, alles zu sehen.

Auf dem Heimweg belohnen wir uns für diesen schönen Tag mit Sushi. Die Kappa Maki und das Japanese Soda mit Geschmacksrichtung Strawberry hat es Little Girl angetan. Die Flasche hat einen eigenen Eiswürfel, den man durch den Deckel nach unten drücken muss.

Der Anfang vom Ende

So langsam geht der Urlaub und damit die Reise zu Ende. Little Girl hat heute ein paar Postkarten geschrieben. Wir fangen an,  Dinge ein letztes Mal zu tun. Heute waren wir ein letztes Mal im Schwimmbad. Ungewöhnliche Öffnungszeiten wundern mich immer noch 11:00 Uhr öffnet das Bad. 15:30 Uhr verlassen wir Dieses als eine der letzten und das mitten im Sommer, mitten in den Ferien, sehr ungewöhnlich. Schön ist es trotzdem, wenn auch über die Mittagsstunden etwas zu voll, kommen doch auch ganze Kindergruppen, vermutlich ein Ferienlager, und Schwimmlerngruppen hierher. Wir entspannen uns ein wenig in riesigen Schwimmringen und lassen uns treiben. Auf dem Heimweg, bevor wir Happy Wife in Walnut Creek wieder einsammeln, kaufe ich mir ein paar neue Chucks. Die Alten bleiben somit hier – der Kreis schliesst sich. Ich habe sie vor genau 10 Jahren aus Kalifornien mitgebracht bekommen und hier werde ich sie nun am Freitag, vollkommen zerschlissen, zurücklassen. Mir blutet ein wenig das Herz, waren es meine ersten Chucks, aber es ist der richtige Ort um sich von ihnen zu verabschieden.

Wir fangen an, uns um die letzten Besorgungen Gedanken zu machen und die letzten Tage zu planen. MoMa, Zoo Oakland, Sushi, Philz und ein paar Drinks bei Toni und Terry stehen noch auf dem Plan. Ich freu mich drauf.